
Die Geschichte eines Teeliebhabers
Hallo, ich bin Paula, eine Mitsechzigerin, die in einem kleinen Dorf im Berner Oberland lebt. Als passionierte Grossmama einer süssen Enkelin komme ich öfters dazu mit Freunden und Bekannten von mir und meinem Ehemann gemeinsam Kaffee zu trinken.
Aber als Teetrinkerin fühlt man sich als unnormal wargenommen. Man trinkt Kaffee.
Eigentlich bin ich Tee-Trink-und Liebhaberin. Das seit langer Zeit. Eigentlich seit immer. Tee war und ist meine Milch. Gleich nach der Muttermilch war Tee mein Getränk. Das Getränk von morgens bis abends.
Aber als Teetrinkerin fühlt man sich als unnormal wargenommen. Man trinkt Kaffee. Morgens als erstes Getränk ,besser gesagt -erste Handlung : einen Kaffee zubereiten.
Ich nicht. In der Neunuhrpause geht man einen Kaffee trinken. Ich nicht. Nach dem Mittagessen gehört ein Kaffee danach dazu.Bei mir nicht. An jeder Sitzung, Zusammenkunft oder nach Feierabend geht man – logisch einen Kaffee trinken.


Also klar , um dazu zu gehören ,habe ich begonnen hie und da einen Kaffee – sprich Espresso zu trinken. Milchkaffee und Kaffee crème waren und sind für mich schon rein optisch nicht trinkbar. Für mich ähnelt diese „ Brühe „ – sorry an die Liebhaber dieser Kaffees- an Abwaschwasser.
Also zum Espresso , den ich dank meines Mannes doch noch mögen gelernt habe.
Wir hatten anfangs eine Kolben -Kaffeemaschine. Meine Schwester und der Schwager belieferten uns immer wieder mit italienischem Kaffee. Die beiden sind Italien -aber mindestens ebenso sehr Espresso-Fanatiker. Uns und vielen unserer Freunde und Kollegen mundete diese Kaffees. Bis – ja, bis ich auf die blöde Idee kam diese Kaffeemaschine mit Essig zu entkalken. Das spezielle Produkt, das für das Entkalken der Maschinen vorgesehen ist, war mir unsympathisch.
Ohne zu zweifeln verwendete ich also Tafelessig -ich dachte viel biologischer – also besser. Ein paar Wochen später sagte mir mein jüngerer Sohn ins Gesicht, dass er meinen Kaffee so etwas von grausig finde. Er beteuerte, dass das nicht immer so war. Plötzlich kam es mir hoch – mein Patenkind ( 30), eine Nachbarin, der Kaminfeger und ein Versicherungsagent nahmen zuvor einen heissen Kaffe sehr gerne an – haben die Tasse aber nicht ausgetrunken.Ich muss noch anfügen , dass ich in dieser Zeit grundlos eine kaffeelose Zeit hatte – ebenso mein Ehemann. Im Familienkreis an Weihnachten stellten wir gemeinsam fest, dass es Zeit wäre die alte Kaffeemaschine zu ersetzen. Für das einfache Handhaben, entschieden wir uns für eine ADRIANOS, weil sie mit Pads bedient wird. Die Kapseln sind mir aus Umweltschutzgründen nicht sympathisch.Mein Mann folgte mir in dieser Idee.
Beim Kauf erhielten wir je drei Muster von sieben verschiedenen Kaffeesorten. Nun gings los : Wer die Wahl hat -hat die Qual. Alle Kaffeetrinker an unserem Tisch mussten ( durften) helfen, die guten von den besseren und den schlechteren Sorten zu teilen. Gar nicht so einfach Geschmack, Duft und Konsistenz zu „definieren“ . Hier einige Aussagen, die klitzeklein beim aufgeklebten Logo der jeweilen Kaffeesorte aufgeschrieben wurde:
„ ist mir zu wässrig“ – „hat zuviel Säure“ – „nicht schlecht , aber zu bitter“ – „ für mich zu wenig Säure“- „ nicht schönes Schümli“- „ zu herb“ – „ gut“ – „ gut,aber zu dünn“….
Die Kaffetrinker glauben nur Kaffee lasse sich so unterschiedlich beurteilen. Viele dieser Spezies sind der Meinung Tee sei Tee. Da muss ich gleich mein Veto einlegen. Tee kann unterschiedlicher nicht sein. Seit mindestens 40 Jahren ist Vanille-Schwarztee mein Lieblingstee. Aber wenn Sie glauben Vanilletee sei Vanilletee- so muss ich Sie enttäuschen. Von den vielen verschiedenen Vanilleteesorten ,die ich von lieben Bekannten gutgemeint geschenkt bekommen habe,schmeckt mir nur der Tee eines einzigenTeegeschäftes.Möge jeder Kaffetrinker, jede Kaffetrinkerin ihre spezielle Kaffesorte finden!
Liebe Leser ich wünsche Ihnen ein frohes Herausfinden alleine, als Paar oder im Freundeskreis der für euch beste oder auch eure besten Kaffesorte(n).
